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November 2018
10. Schalterfachtagung 2018

10. Schalterfachtagung 2018

07 November 2018

Die 10. Schalterfachtagung von Megger in Regensburg

Im Sachsenwerk von Schneider Electric und im historischen Salzstadel in Regensburg trafen sich am 12. und 13. September auf der Schalterfachtagung von Megger die weltweit führenden Fachexperten auf dem Gebiet von Leistungsschaltern. Umweltschutz, Digitalisierung und Wartung standen bei den Vorträgen und Workshops im Mittelpunkt.

Bild_3_Gruppenbild.jpgRegensburg ist bekannt als Hochtechnologie-Standort für Systemkomponenten der Energieversorgung. Dort ansässig ist das altehrwürdige Sachsenwerk. Seit 1948 ist es Zulieferer für die deutschen Energieversorger und noch heute unter dem Dach von Schneider Electric wegweisend, auch bei der digitalen Transformation in zukünftige Technologien. Der ideale Standort für die 10. Schalterfachtagung von Megger.

Und Schneider Electric war ein herausragender Gastgeber. Die Vorträge wurden am ersten Tag moderiert von Günter Fenchel, Chefredakteur der Netzpraxis und fanden statt im historischen Salzstadl. Zusammen mit der Steinernen Brücke und dem gotischen Dom St. Peter, gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist damit Teil einer der wohl schönsten Stadtansichten Deutschlands. Das dazu passende Motto: „Traditionen treffen Zukunftstechnologien“. Denn hier stellten nun die führenden Fachleute auf ihrem Gebiet Konzepte und Lösungen für eine hochtechnisierte Zukunft unserer Energieversorgung vor. Zwei Tage war das traditionsreiche Regensburg ein Hot-Spot für die Weiterentwicklung von Leistungsschaltern für unsere Energieversorgung.

EcoStruxure von Schneider Electric macht die Klassik top-fit für die digitale Welt

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Dennis Mänche von Schneider Electric präsentierte in seinem Vortrag „Intelligente Lösungen für Mittelspannungsschaltanlagen“. Am Beispiel der GMAe - einer modernen GIS-Schaltanlage für kleine und mittlere Primärumspannstationen - wurde gezeigt, dass Asset-Management-Prozesse digitalisiert und optimiert sind. Kosten werden gesenkt und die Sicherheit erhöht. Die Basis bildet die EcoStruxure-Architektur von Schneider Electric, die klassische Betriebsmittel mittels Sensorik intelligent vernetzt und die Informationen dank Software-Analytik gewinnbringend weiterverarbeitet. So werden klassische Umspannstationen sukzessive top-fit für die digitale Welt gemacht.

Neuer Vakuumschalter von Siemens schaltet nun auch 146 kV  

Im Vortrag „Vakuumschalttechnik in der Hochspannung – Siemens Blue“ stellte Andreas Beutner einen Vakuumschalter vor, der mittels neuester Kontaktsysteme bis zu 146 kV schalten kann – ohne die vielen Nachteile durch das Handling von SF-6-Gas in Kauf nehmen zu müssen. Die Vermeidung von SF-6-Gas war auch das Thema im Beitrag von Stefan Freiherr von Freyberg, B&E Switchgear Development. Er lieferte dem Forum in seinem Vortrag „Aktueller Stand SF-6 Alternativen in der Hochspannung“ ein wertvolles Anforderungsprofil für SF-6-Ersatzgase. Und auch Manjunath Ramesh, Geschäftsführer des innovativen Ingenieursbüro Nuventura ging in seinem Thema „SF-6-Freie MS-Schaltanlagen bis 36 kV“ sehr detailliert auf die Umweltaspekte von SF-6-Gas ein. 

Mit „ABB Ability Ellipse“ Schaltanlagen präventiv warten und optimieren

Ralf Graf von ABB stellte im Beitrag „HV GIS im digitalen Umfeld“ einerseits den neuen digitalen Strom- und Spannungswandler für die ELK-04 bis 170kV vor und andererseits mit „ABB Ability Ellipse“ ein Enterprise Asset Management (EAM), mit dem man Schaltanlagen über den gesamten Lebenszyklus vorausschauend verwalten, warten, analysieren und so ständig optimieren kann. Das System ist anwendbar auf die verschiedenen Hochspannungskomponenten von ABB aber auch herstellerunhängig auf Komponenten anderer Hersteller.

GE Grid schaltet synchron und überwacht online und verlängert so die Lebensdauer

Laut dem Vortrag „Online-Monitoring und synchrones Schalten für Hochspannungsleistungsschalter“ von Dietmar Gebhardt führt an der Vor-Ort-Inspektion etwa mit dem TM1800 kein Weg vorbei. Die ergänzende Beobachtung von strategisch wichtigen Schaltern und jene mit hoher Schaltfrequenz wird empfohlen, um deren Verfügbarkeit durch Fehlerfrüherkennung zu steigern. Zudem können Transformatoren, Kondensatorbänke und Drosselspulen mit neuem Gerät synchron geschaltet werden. Das reduziert den Stress und erhöht signifikant die Lebensdauer für Schaltgeräte und Systemkomponenten.

Riesiger Erfahrungsaustausch bei der Wartung

Martin Frangen von Elektro Koopmann plädierte im Vortrag bei der Wartung für eine sorgsam ausgewählte und optimierte Prüftechnik. Leistungsschalter und Schutzsysteme bilden eine Funktionseinheit. Allerdings gibt es ca. 13 Millionen dieser Schaltfeldeinheiten in Deutschland, die alle durchaus unterschiedlich konfiguriert sind. Die Prüftechnik sollte sich demzufolge an der jeweiligen Anlagenkonstellation orientieren. So sind etwa UMZ-Schutzeinrichtungen nicht zwingend dreiphasig, kompliziert und aufwändig zu prüfen. Ein einphasiges, leicht verständliches und dazu kostengünstiges Schutzrelais-Prüfgerät wie etwa der SVERKER kann oft die intelligentere und sinnvollere Lösung sein, die zudem Anschaffungs- und Schulungskosten einspart.

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Der Vortrag von Christian Slomka, Miebach Schaltanlagen und Montagen und der damit kombinierte Workshop am zweiten Tag „Wartung von Trennern und Erdkern im Hoch- und Höchstspannungsnetz und das Erkennen von Auffälligkeiten“ kam bei den Teilnehmern besonders gut an. Hier wurde den Teilnehmern echte Praxiserfahrung bei der Beurteilung von Trennern und Erdern geboten.

 

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Prof. Dr. Ing. Thomas Gräf von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin beleuchtete sehr eindringlich die Problematik von gealterten Schaltanlagen. In seinem Vortrag „Betrieblich gealterte Schaltanlagen – Retrofit notwendig?“ kamen alle technischen Risiken und rechtliche Aspekte zur Sprache, die trotz regelmäßigen Wartungen durch spezialisierte Fachleute nach DIN VDE 0105 und DGUV Vorschrift 3 entstehen können. Darin wurde vor dem Hintergrund der festgestellten Mängel sogar die Sinnhaftigkeit dieser Vorschriften in Frage gestellt.

Oliver Nicolai, Vertriebsleiter von Megger Deutschland zog das Fazit: „Eine tolle Veranstaltung! Diese vielen unglaublichen Neuentwicklungen sind Ausdruck von gewaltigen Umbrüchen und bewirken sicher einen starken Schub bei der Weiterentwicklung unserer Übertragungs- und Verteilnetze. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen und wir werden noch alle nachhaltig davon profitieren. Ich freue mich schon auf die nächste Schalterfachtagung“.